Diese Anleitung setzt voraus, dass du Google Fotos verlassen möchtest und genau wissen willst, wie das ohne Datenverlust funktioniert. Sie führt dich von "noch nichts eingerichtet" bis "Google Fotos ist weg, meine Bibliothek ist vollständig". Aktive Zeit: etwa eine Stunde, plus Wartezeit für Googles Export. Noch unsicher? Lies, warum Noodle Gallery Google Fotos schlägt →
Was du vor dem Start brauchst
- Eine Maschine für Noodle Gallery: NAS, Mini-PC, Raspberry Pi 5, alter Desktop oder kleiner VPS
- Ungefähr das Doppelte deiner Bibliotheksgröße als freien Speicherplatz
- Etwa eine Stunde Aufmerksamkeit über zwei Sitzungen verteilt, plus Wartezeit auf Googles Export
- Zugriff auf dein Google-Konto unter takeout.google.com
Schritt 1 — Noodle Gallery einrichten
Installiere Noodle Gallery zuerst, damit es bereit ist, sobald der Export da ist. Die Installation dauert etwa fünf Minuten, wenn Docker auf deinem Server bereits läuft.
- Folge der Installationsanleitung, um Gallery mit Docker Compose zu starten.
- Öffne die Weboberfläche unter
http://your-server:2283und erstelle das erste Admin-Konto. - Notiere dir die URL — du brauchst sie in Schritt 4 wieder.
Die mobile App brauchst du noch nicht. Die Migration läuft vollständig im Browser. Die App ist für die Zeit danach: tägliches Backup neuer Fotos vom Handy.
Schritt 2 — Google Takeout Export anfordern
Google Takeout ist Googles offizielles Werkzeug zum Herunterladen deiner Daten. Es ist der zuverlässigste Weg, eine vollständige Kopie deiner Google-Fotos-Bibliothek mit Metadaten zu bekommen.
- Öffne takeout.google.com im angemeldeten Google-Konto.
- Klicke auf Auswahl aufheben, scrolle zu Google Fotos und aktiviere es.
- Klicke auf Alle Fotoalben eingeschlossen, wenn du einzelne Alben auswählen willst. Sonst unverändert lassen.
- Klicke auf Nächster Schritt.
- Wähle als Zustellmethode Downloadlink per E-Mail senden.
- Wähle bei Häufigkeit Einmal exportieren.
- Lass den Dateityp auf .zip und setze die Dateigröße bei großen Bibliotheken auf 50 GB.
- Klicke auf Export erstellen.
Google bereitet den Export serverseitig vor; die Seite muss nicht offen bleiben.
Schritt 3 — Auf die Export-Mail warten
Googles Exportwarteschlange ist unvorhersehbar. Eine 5-GB-Bibliothek kann nach 20 Minuten fertig sein; 200 GB können länger als einen Tag brauchen. Es gibt keine echte Fortschrittsanzeige.
Wenn der Export bereit ist, schickt Google Downloadlinks per E-Mail. Sie laufen nach sieben Tagen ab. Lade alles an einen stabilen Ort herunter, idealerweise direkt auf den Server, auf dem du importieren willst.
Wenn deine Bibliothek in mehrere Teile aufgeteilt wurde, lade alle ZIP-Dateien herunter.
Schritt 4 — Im Browser importieren
Mit heruntergeladenen Takeout-ZIPs und laufender Gallery-Instanz ist der Import der einfachste Teil.
- Öffne Noodle Gallery im Browser und melde dich an.
- Öffne das Seitenmenü und wähle Import → Google Photos.
- Ziehe deine Takeout-
.zip-Dateien in den Import-Assistenten. Mehrere Teile können gemeinsam abgelegt werden. - Klicke auf Start import.
Der Assistent liest jede ZIP-Datei direkt. Fotos werden extrahiert, Metadaten-Sidecars geparst, Datum und GPS-Koordinaten wieder zugeordnet, Favoriten übernommen und Googles Albumstruktur als Gallery-Alben wiederhergestellt.
Die Details des Assistenten stehen auf der Feature-Seite. Import-Assistent im Detail ansehen →
Schritt 5 — Bibliothek prüfen
Überspringe diesen Schritt nicht. Zehn Minuten Prüfung verhindern echte Probleme.
- Fotoanzahl prüfen. Vergleiche die Bibliotheksgröße mit Google Fotos. Kleine Abweichungen unter 1% sind meist unkritisch.
- Datum prüfen. Öffne Fotos aus verschiedenen Jahren und kontrolliere die Zeitstempel.
- GPS prüfen. Öffne die Kartenansicht und kontrolliere, ob Fotos an den richtigen Orten liegen.
- Gesichtserkennung starten. Googles Gesichtsgruppen werden nicht exportiert. Starte in Gallery den Job Settings → Jobs → Face Detection → Run on All.
- Alben prüfen. Öffne die Albenansicht und kontrolliere, ob die Google-Alben mit den richtigen Fotos da sind.
- Favoriten prüfen. Filtere nach Favoriten und kontrolliere, ob markierte Fotos weiterhin markiert sind.
Zehn Minuten Prüfung sind günstiger als Jahre verlorener Erinnerungen.
Schritt 6 — Aus Google Fotos löschen
Lösche bei Google erst, wenn Schritt 5 gut aussieht und du Gallery einige Tage genutzt hast, ohne etwas zu vermissen. Es gibt keinen Grund zur Eile.
- Öffne photos.google.com.
- Nutze Mehrfachauswahl und lösche in Batches.
- Leere den Papierkorb, damit der Speicher wirklich frei wird.
- Wenn du mit Google insgesamt fertig bist, kannst du dein Konto unter myaccount.google.com schließen. Lies die Warnungen vorher, weil auch Gmail, Drive und YouTube betroffen sind.
Ein Google-One-Abo kündigst du separat in den Google-One-Einstellungen. Das Abo endet nicht automatisch, wenn du Fotos löschst.
Häufige Stolperfallen
Bibliothek zu groß für einen Export
Google teilt große Exporte automatisch in nummerierte Dateien wie
takeout-001.zip und takeout-002.zip. Zieh alle Teile
gemeinsam in den Assistenten.
Metadaten in JSON-Sidecars statt EXIF
Google Takeout speichert Metadaten oft in JSON-Dateien neben den Bildern. Der Assistent liest diese Sidecars automatisch und hängt die Metadaten beim Import wieder an.
Live Photos und Motion Photos
Takeout trennt sie in JPEG plus kurzes MP4 mit passendem Namen. Der Assistent setzt sie wieder zusammen.
Jahresordner im Export
Ordner wie Photos from 2024/ sind kein Problem. Gallery verwendet die
Metadaten der Fotos, nicht die Takeout-Ordnerstruktur.
„Mit mir geteilt“-Fotos
Fotos, die andere Personen mit dir geteilt haben, sind nicht automatisch in deinem Takeout enthalten. Füge sie vorher deiner Bibliothek hinzu oder bitte die ursprüngliche Person um die Dateien.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Migration insgesamt?
Aktive Zeit ist ungefähr eine Stunde: etwa 10 Minuten für die Installation, 5 Minuten für die Takeout-Anfrage und 20 bis 40 Minuten für Import und Prüfung. Die Wartezeit hängt von Googles Exportwarteschlange ab — kleine Bibliotheken sind oft nach einer Stunde fertig, große können ein bis zwei Tage dauern.
Bleiben Alben und Favoriten erhalten?
Ja. Google Takeout enthält Albummetadaten, Favoriten und pro Foto Metadaten wie Beschreibungen und Standorte. Gallerys Import-Assistent liest diese Daten und stellt die Struktur in deiner Bibliothek wieder her.
Was ist mit Googles automatischen Kategorien wie 'Essen' oder 'Strand'?
Diese Kategorien werden von Google-Servern berechnet und sind nicht im Takeout-Export enthalten. Gallery baut vergleichbare Funktionen lokal mit CLIP-basierter Suche und automatischen Tags wieder auf.
Was, wenn meine Bibliothek zu groß für einen Takeout-Export ist?
Google teilt große Exporte automatisch in mehrere .zip-Dateien auf. Der Import-Assistent akzeptiert alle Teile zusammen — zieh alle Dateien auf einmal hinein.
Werden Live Photos korrekt übernommen?
Ja. Google Takeout trennt Live Photos in ein Bild und eine Videodatei mit passenden Namen. Der Import-Assistent erkennt diese Paare und setzt sie wieder zu einem Live-Photo-Eintrag zusammen.
Kann ich Google Fotos während der Migration weiter nutzen?
Ja, und das solltest du. Lösche bei Google erst, wenn du den Import geprüft hast. Gallerys Import liest nur die Takeout-ZIP; es wird nichts zu Google zurückgeschrieben.